E-Bus Alternative für RB 73
Außerfernbahn: Kempten – Pfronten-Steinach
Vorstudie zur Machbarkeit | Januar 2026Ersatz des RB 73 Nahverkehrszugs durch eine E-Buslinie vom Kempten ZUM (Zentraler Umsteigepunkt Mona) nach Pfronten-Steinach. Wechseln Sie zwischen dem aktuellen Zugverkehr und der vorgeschlagenen Route.
Dieser Vorschlag verbessert 4 Dimensionen
E-Busse lösen keine Bahnübergangshörner aus und eliminieren so ~100.000 Hupsignale pro Jahr.
E-Busse fahren direkt zum Kempten ZUM und ermöglichen nahtlose Umsteigemöglichkeiten zu allen Stadtbuslinien.
Emissionsfreie E-Busse mit Ladeinfrastruktur, die von kommunalen Flotten gemeinsam genutzt wird.
65% geringere Kosten über 15 Jahre mit bis zu 80% Bundesförderung für E-Bus-Anschaffungen.
Lärmreduzierung: Signalhornbelastung an Bahnübergängen
Die Außerfernbahn hat 16 Bahnübergänge auf nur 12 Kilometern. An jedem Übergang müssen Züge ihr Signalhorn als gesetzliche Sicherheitsanforderung betätigen (EBO §16). Für die Bewohner der Dörfer entlang der Strecke bedeutet dies eine ständige Belastung durch extremen Lärm—jeden Tag, von früh morgens bis spät abends.
Von den 34 täglichen Zügen sind ~17 RB 73 Nahverkehrszüge (Kempten–Pfronten) und ~17 Durchgangszüge nach Österreich. Der Ersatz von RB 73 durch E-Busse würde etwa die Hälfte aller Hupsignale eliminieren.
Wie laut sind 110 dB?
Aufgenommen 360m von der Bahnstrecke in Oberzollhaus. Drehen Sie die Lautstärke auf, um zu hören, was die Anwohner 544 Mal am Tag erleben.
Warnung: Lautes Zugsignalhorn
Gesundheitliche Folgen
WHO-Schwellenwerte für Gesundheitsauswirkungen (alle überschritten)
Quelle: WHO Umweltlärmrichtlinien (2018)
Chronischer Schlafmangel: Vor Sonnenaufgang geweckt — jeden Tag
Der erste Zug aus Pfronten fährt um 05:17 Uhr ab und löst Hupsignale an allen 16 Bahnübergängen vor 6 Uhr morgens aus. Für Anwohner entlang des Korridors gibt es kein Ausschlafen — nicht am Wochenende, nicht an Feiertagen.
Gesundheitsrisiken durch chronischen Schlafmangel:
Erwachsene benötigen 7+ Stunden Schlaf pro Nacht. CDC Schlafrichtlinien
Am stärksten betroffene Gemeinden
Die Lösung: E-Busse nutzen Straßen, keine Schienen
E-Busse lösen keine Bahnübergangssignale aus. Der Ersatz der RB 73 Nahverkehrszüge durch E-Busse eliminiert ~100.000 Hupsignale pro Jahr—eine 50%ige Reduzierung des gesamten Signalhornlärms entlang des Korridors.
Quellen
Bessere Verbindungen: Mobilität & Flexibilität
Feste Schienenstrecken können sich nicht anpassen. E-Busse fahren direkt zum Kempten ZUM, bedienen Gemeinden, die der Zug nicht erreicht, und passen Routen nach Bedarf an.
Aktuelles Problem: Schlechte Anschlussverbindungen
- ✗ Zug endet am Kempten Hbf—nicht am ZUM
- ✗ Pendler müssen 5–15 Min. auf Stadtbusanschlüsse warten
- ✗ Dörfer wie Schwarzenberg haben keinen Bahnanschluss
- ✗ Feste Route kann sich nicht an Veranstaltungen oder Nachfrage anpassen
E-Bus Lösung: Flexibler, vernetzter Service
- ✓ Direkt zum ZUM—nahtloser Anschluss an alle Stadtbuslinien
- ✓ Abgestimmte Fahrpläne reduzieren Wartezeiten auf 2–5 Min.
- ✓ Kann Haltestellen für unterversorgte Gemeinden hinzufügen
- ✓ Routen können für Skisaison, Feste oder Bauarbeiten angepasst werden
Beispiel: Schulweg von Oy-Mittelberg
Aktuell: Zug + Stadtbus
Vorgeschlagen: Direkter E-Bus
Schneller als der Zug
Der E-Bus braucht nur ~20 Min. gegenüber ~25 Min. mit dem Zug. Warum? Der Zug muss aus Sicherheitsgründen an jedem der 16 Bahnübergänge auf 10–20 km/h abbremsen. Der E-Bus fährt mit normaler Straßengeschwindigkeit—schneller und mit besseren Anschlüssen am ZUM.
Quellen
Nachhaltigkeit & Zukunftssicherheit
E-Busse eliminieren Auspuffemissionen und schaffen widerstandsfähige Infrastruktur. Das Ladedepot dient als Grundlage für die breitere Elektrifizierung der Region—zum Nutzen von Rettungsdiensten, kommunalen Flotten und zukünftigen Transportbedürfnissen.
vs. Dieselzug-Emissionen
Keine NOx, Feinstaub oder Dieselabgase
Depot dient der gesamten kommunalen Flotte
Bewährter Erfolg: Deutsche Kommunen als Vorreiter
E-Busse sind nicht mehr experimentell—deutsche Städte und ländliche Betreiber haben bewiesen, dass sie zuverlässig funktionieren, auch unter anspruchsvollen alpinen Bedingungen. Das Allgäu hat bereits erfolgreiche E-Bus-Betriebe als Vorbild.
- • 6 E-Busse im täglichen Einsatz
- • 900m+ Höhenlage, strenge Winter
- • 98%+ Zuverlässigkeitsrate
- • 100+ E-Busse im Einsatz
- • Ziel: 100% elektrisch bis 2035
- • Depotlademodell bewährt
- • 100% E-Bus seit 2024
- • 38 Elektrobusse
- • Steiles Gelände, Tourismusnachfrage
Quellen: VDV E-Bus-Statistik 2025, RVA Oberstdorf, MVG München
Zukunftssicherung: Eine Investition, viele Nutzungsmöglichkeiten
Das Ladedepot ist nicht nur für Busse—es ist grundlegende Infrastruktur für die gesamte Elektrifizierungsstrategie der Region. Mit zunehmender Verbreitung von E-Fahrzeugen wird dieses Depot immer wertvoller:
Warum das für die Widerstandsfähigkeit wichtig ist
- • Energieunabhängigkeit: Solar + Batteriespeicher reduziert Netzabhängigkeit
- • Notfallbereitschaft: Geladene Fahrzeuge 24/7 für Kriseneinsätze verfügbar
- • Technologieunabhängig: Infrastruktur funktioniert mit jeder zukünftigen E-Fahrzeug-Technologie
- • Skalierbar: Kann mit wachsender kommunaler Flottenelektrifizierung erweitert werden
Vorbereitung auf Deutschlands E-Fahrzeug-Wende
Deutschlands private E-Fahrzeug-Flotte wächst rasant. Ländliche Dörfer wie die entlang des Außerfernbahn-Korridors werden eine robuste elektrische Infrastruktur benötigen—und das E-Bus-Ladedepot bildet das Fundament.
Wie E-Bus-Infrastruktur privaten E-Fahrzeugen nützt
- • Netzausbau: Depotladung erfordert Netzkapazitätserweiterungen, die dem gesamten Gebiet zugutekommen
- • Expertise: Lokale Betreiber gewinnen E-Fahrzeug-Wartungs- und Ladeknowhow
- • Öffentliches Laden: Depot könnte in Nebenzeiten begrenztes öffentliches Laden anbieten
- • Signalwirkung: Sichtbares kommunales E-Fahrzeug-Engagement ermutigt private Anschaffung
Quellen: KBA Fahrzeugstatistik, EU 2035 Verordnung
Dörfer dürfen nicht zurückgelassen werden
Während Kempten seine E-Bus-Flotte und Ladeinfrastruktur aufbaut, drohen die Dörfer entlang des Korridors, außen vor zu bleiben. Junge Familien und Berufstätige erwarten zunehmend moderne, nachhaltige Verkehrsoptionen—ohne sie werden ländliche Gebiete als Wohnorte weniger attraktiv.
Warum das für das Dorfwachstum wichtig ist
Die Chance: Durch Investitionen in E-Bus-Infrastruktur können Dörfer wie Oy-Mittelberg, Nesselwang und Pfronten das gleiche moderne ÖPNV-Erlebnis wie größere Städte bieten—und werden so zu attraktiven Alternativen für Menschen, die sich städtische Gebiete nicht mehr leisten können.
Was ist mit der Winterleistung?
Kälte erhöht den Energieverbrauch um 27–48%. Gegenmaßnahmen: 400 kWh überdimensionierte Batterien, Wärmepumpen, Depot-Vorkonditionierung. RVA Oberstdorf hat seit 2021 bewiesen, dass E-Busse unter alpinen Bedingungen funktionieren.
Quellen
Kosteneinsparungen: Vergleich & Förderung
Eine 15-Jahres-Gesamtbetriebskostenanalyse zeigt, dass E-Busse ~65% weniger kosten als die Fortsetzung des Dieselzugbetriebs. Bundesförderung kann bis zu 80% der Fahrzeugkosten decken.
Bundes- und EU-Förderprogramme
BMDV E-Bus-Förderung
- • Bis zu 80% der Fahrzeuganschaffungskosten
- • Bis zu 40% der Ladeinfrastruktur
- • Umfasst 12m und Gelenkbusse
- • Antragstellung über NOW GmbH
Zusätzliche Quellen
- • EU Clean Vehicles Directive Anreize
- • Bayerische Landeskofinanzierungsprogramme
- • KfW-Niedrigzinsdarlehen für Infrastruktur
- • Eingesparte Betriebskosten gleichen Restinvestition aus
Kosten pro Personenkilometer
Hinweis: Fahrgastschätzungen basierend auf typischen regionalen Auslastungsfaktoren. Tatsächliche Kosten hängen von der Fahrgastzahl ab.
Quellen
Beschleunigter Umsetzungszeitplan
Planung & Genehmigungen
Diese Studie bildet die Grundlage. Routendetails finalisieren und politische Unterstützung sichern.
2–3 MonateFörderung & Flottenleasing
BMDV-Förderanträge einreichen. E-Busse zunächst leasen, um 12-18-monatige Beschaffungsverzögerungen zu vermeiden.
3–4 MonateMinimale Infrastruktur
Nachtladung am Kempten ZUM einrichten. 43km Route benötigt nur Basisladung—kein komplexes Schnellladenetz erforderlich.
2–3 MonatePilotbetrieb
E-Bus-Service parallel zum bestehenden Zug starten. Validiert den Betrieb und schafft Fahrgastvertrauen vor vollständiger Umstellung.
3–6 MonateVollständiger Ersatz
RB 73 Nahverkehr einstellen. E-Bus wird zur primären Kempten–Pfronten-Verbindung. Flotte kaufen, sobald Förderung bestätigt.
FortlaufendWichtige Beschleuniger
- • Erst leasen, dann kaufen — Vermeidet 12-18-monatige E-Bus-Beschaffungsverzögerungen
- • Partnerschaft mit Mona Allgäu — Nutzt bestehende E-Bus-Expertise und Infrastruktur
- • Einfaches Laden — Nachtladung im Depot reicht für eine 43km-Route
- • Stufenweise Einführung — Reduziert Risiko durch Pilotbetrieb parallel zum Zug
Geschätzter Gesamtzeitplan: 12–18 Monate von Projektgenehmigung bis Vollbetrieb
Zusammenfassung
Vorstudie zur Machbarkeit | Januar 2026
Der Vorschlag
Ersatz des RB 73 Nahverkehrszugs (Kempten ↔ Pfronten-Steinach) durch eine emissionsfreie E-Buslinie mit direkter Anbindung an den Kempten ZUM. Internationale und Fernverkehrszüge auf der Außerfernbahn verkehren unverändert weiter—die Schieneninfrastruktur bleibt für Durchgangszüge nach Österreich (Reutte in Tirol) und Garmisch-Partenkirchen in Betrieb.
Lärmreduzierung
16 Bahnübergänge auf 12 km lösen täglich 544 Hupsignale aus (je 110 dB). E-Busse eliminieren den Beitrag von RB 73—Reduzierung der Hupsignale um 50% (~100.000 weniger pro Jahr).
Bessere Verbindungen
In vielen Fällen sind E-Busse schneller—Züge müssen an jedem der vielen Bahnübergänge auf 10–20 km/h abbremsen. Direkt zum Kempten ZUM für nahtlose Anschlüsse an alle Stadtbuslinien.
Nachhaltigkeit & Zukunftssicherheit
Emissionsfreie E-Busse sparen ~380 t CO₂/Jahr. Gemeinsame Ladeinfrastruktur schließt die ländliche Lücke—gibt Dörfern den gleichen modernen ÖPNV wie Städte und zieht junge Familien und Homeoffice-Arbeiter an.
Kosteneinsparungen
15-Jahres-TCO: 4 Mio. € (E-Bus) vs. 11,5 Mio. € (Zug). Bundesförderung deckt bis zu 80% der Fahrzeugkosten und 40% der Ladeinfrastruktur durch BMDV-Programme.
Wichtige Klarstellung
- • Schieneninfrastruktur bleibt in Betrieb
- • Internationale Züge nach Österreich/Garmisch verkehren weiter
- • Durchgangszüge unverändert (~17/Tag)
- • RB 73 Nahverkehrszüge → E-Busse
- • Endpunkt: Hbf → ZUM (bessere Anschlüsse)
- • Takt: alle 30–60 Min.